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Berlinale

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TEDDY TODAY (Page 2)


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TEDDY "Party-Geflüster"
Guest Column by Karin Schupp

Der Abend der Teddy Awards ist der Moment der Berlinale, an dem man die cinematische Zwischenwelt allmählich wieder verlässt. Sicher: an jedem Berlinale-Abend gibt es Parties, auf denen man sich das von Filmbildern vollgestopfte Gehirn durchpusten lassen kann (oder auch nur die erste warme Mahlzeit des Tages bekommt), aber bei diesen Gelegenheiten ist doch noch eine gewisse Anspannung im Raum zu spüren: Diesen und jenen will man unbedingt noch treffen, ein Artikel ist noch nicht fertig, und wenn man am nächsten Morgen die 9 Uhr-Vorstellung im Berlinale-Palast sehen will, sollte man vielleicht allmählich nach Hause gehen… Am Abend des Teddy Awards dagegen ist man bereits aus dem Gröbsten raus. Jetzt können die neuen Bekanntschaften entspannt begrüßt werden, Artikel müssen nur noch von den Teddy- BerichterstatterInnen geschrieben werden (nein nein, ich beklage mich nicht!), und nur noch die Vollständigkeitsfanatiker und die manischen Cineasten, die einfach nicht mehr aufhören können, gehen am nächsten Tag ins Kino.

Video: The SPECIAL TEDDY AWARD goes to HELMUT BERGER

Mit dem Hangar 2 am Flughafen Tempelhof wurde die beste Teddy-Location seit langem gefunden, und das sage ich nicht nur, weil ich um die Ecke wohne und zu Fuß hinspazieren konnte. Die riesige Halle ist einfach beeindruckend und endlich mal groß genug für das wieder massenhaft angereist Teddy- Publikum, das sich in den letzten Locations doch ziemlich auf den Füßen stand.

TEDDY AWARD 2007 THE CEREMONY

Video: INGRID CAVEN - Homage to
PEER RABEN and DANIEL SCHMID

Hinter dem roten Teppich, an dem, wie es sich bei einem solchen Event gehört, etliche Fotografen warteten, wurde man von Hostessen freundlich in Empfang genommen. Ein wenig irritierend waren nur ihr einheitlichen Geisha-Kleider – hatte die Party ein Asien- Thema? Gab es irgendeinen Berlinale-Asien- Bezug, der mir entgangen ist? Oder war das einfach nur das extravaganteste Outfit, das der Hostessenverleih im Angebot hatte?

Video: TEDDY TOPIC: GEWALT und STAATLICHE REPRESSION gegen Homosexuelle / Talk mit VOLKER BECK

Einer zweifelsohne perfekten Organisation (oder einem geheimen Absprachesystem?) ist es zu verdanken, dass die zahlreichen Promi-Gäste nicht alle auf einmal in die Halle drängten, sondern im Minutentakt eine/r nach dem anderen auftrat.

Gustav Hofer und Annette Gerlach

Wieland Speck mit Klaus Wowereit

Unter den Gästen wie immer viele alte Freunde und Freundinnen des Teddy-Awards: Berlins schwuler Bürgermeister Klaus Wowereit, lässig in Jeans, Grünen-Chefin Claudia Roth in beeindruckenden Highheels, der Ex-Berlinale- Chef Moritz de Hadeln (Dieter Kosslick, der traditionell später dazustößt, musste in diesem Jahr leider ganz absagen), Rosa von Praunheim mit einem Zauberhut, auf den Albus Dumbledore neidisch wäre (was hat Rosa eigentlich immer mit seinen Kopfbedeckungen?), Judy Winter, Marianne Rosenberg, Zazie der Paris, Pierre Sanoussi-Bliss („Keiner liebt mich“), Victor Schefé („Bewegte Männer“, „Mein Führer“), Soap-Star Laurent Daniels („Schmetterlinge im Bauch“, „GZSZ“), Ex-„Liebe Sünde“- Moderatorin Mo Asumang mit Freundin und Ex-Sat.1-Talkmoderator Peter Imhof.

Video: TEDDY TOPIC: AIDS und HIV
Talk mit Dr. KEIKAWUS ARASTEH

„Lindenstraße“-Star Georg Uecker, in seinem diesjährigen roten Berlinale-Anzug, war einer der wenigen, der sich dem obligatorischen Foto vor der eigens aufgebauten Fotowand verweigerte – auch der aufmunternde Ruf des Fotografen „Komm, Georg, jetzt siehst du wenigstens noch gut aus.“ konnte ihn nicht überzeugen. Stets von den Kameras der Boulevard- Kollegen umringt, stolzierten Ades Zabel (wie gewohnt im gepflegten Neuköllner Theatergemeinde-Outfit), Daphne de Bakel, Biggy van Blond und diverse andere Drag- Kolleginnen durch die Menge.
Doch die schönsten Frauen des Abends waren eindeutig die Fassbinder-Muse Irm Hermann – die beiden machten 24 Filme zusammen – und TV-Entertainerin Barbara Schöneberger, die bestens gelaunt minutenlang vor den Fotografen posierte und danach Interviews gab.

Ingrid Caven und Judy Winter


Fast pünktlich begann die Gala - und direkt wurde uns BerlinerInnen Honig ums Maul geschmiert. Der Brite Alex Taylor, der in Frankreich ein Star des lesbisch-schwulen Senders Pink TV ist, lobte Berlin als „geilste Stadt Europas“ und übergab den neu geschaffenen Zuschauerpreis „Teddy Ballot“ an „Notes on a Scandal“, was insofern enttäuschend war, als dass weder Judi Dench noch Cate Blanchett anwesend waren. Lediglich ein Vertreter des Filmverleihs hatte sich herbemüht. Bleibt zu hoffen, dass die Produktion das Preisgeld von 3000,- € spenden wird.

Alex Taylor with Annette Gerlach

Bereits am Abend zuvor wurde übrigens in einer eigenen Zeremonie der andere Teddy-Zuschauerpreis, ausgewählt von einer LeserInnen-Jury der Zeitschriften „Siegessäule, „L-mag“ und „Du+Ich“ vergeben. Niemand Geringeres als Jasmin Tabatabai überreichte die „Else“ an den israelischen Spielfilm „The Bubble“.

TEDDYAWARD.TV zeigt die Höhepunkte der TEDDY AWARD CEREMONY 2007:

Da ließ sich die Teddy-Gala nicht lumpen und fuhr niemand Geringeren als Javier Bardem als Preis-Paten auf. Der für die Rolle des schwulen Schriftstellers Reinaldo Arenas in „Before Night Falls“ Oscar-nominierte Schauspieler überreichte den Teddy für den Besten Dokumentarfilm an „A Walk Into the Sea“. Die zu Tränen gerührte Regisseurin Esther B. Robinson begann ihre Dankesrede mit den Worten „I’ve never seen so many sexy people in one room“ und war davon überzeugt, dass auch ihr Onkel Danny Williams, um dessen Zeit in der Warhol Factory sich ihr Film dreht, begeistert über die vielen geilen Männer im Saal gewesen wäre.
 
 


TEDDYAWARD.TV broadcasts highlights of the TEDDY AWARD CEREMONY 2007:

JAVIER BARDEM and ANNETTE GERLACH

Und plötzlich machte das Asien-Outfit der Hostessen dann doch wieder Sinn: Die Preis für den besten Spielfilm, überreicht von Victor Schefé und die spanische Regisseurin Isabel Coixet, ging an den taiwanesischen Film „Ci-quing – Spider Lilies“, der damit die beiden anderen Nominierungen „The Itty Titty Bitty Committee“ und „Hu-hwai-ha-ji An-ah“ aus dem Rennen warf.

Der TEDDY für den BESTEN SPIELFILM geht an: CI-QING (Spider Lillies) von Zero Chou
Video: The TEDDY for BEST FEATURE FILM goes to CI-QING (Spider Lillies) by ZERO CHOU
Zero Chou
Video: Ci-Qing (Clip 1)

Schön, dass mal wieder ein Lesbenfilm gewonnen hat, wo doch die Lesbenquote auf der Bühne ansonsten traditionell niedrig ist (Moderatorin Annette Gerlach, die mit ihrem Arte-Kollegen Gustav Hofer durchs Programm führte, versuchte immerhin, sich auf ihre lesbische Schwester zu berufen!).

Article: TEDDY AWARD 2007 -
THE TEDDY GOES TO . . .
Statement of the JURY
Video: THE INTERNATIONAL TEDDY JURY
Talk with CHARLIE BOUDREAU President of the TEDDY Jury
Eine BESONDERE ERWÄHNUNG für seine kinematographische Qualität geht an:

A SPECIAL MENTION for its sublime cinematography goes to:
LA LEÓN by Santiago Otheguy
Video: La León (clip 1)

Und schön, dass die Gala auch den Themen Aids und Gewalt gegen Homosexuelle Platz bot: Klaus Wowereit schickte solidarische Grüße an die Lesben und Schwulen in Moskau – einer der dortigen Gay Pride-Organisatoren war ihm einige Minuten zuvor vorgestellt worden - und der grüne Schwulenaktivist Volker Beck rief das Publikum dazu auf, in diesem Jahr nach Moskau zu reisen. Schade nur, dass diese Beiträge überwiegend auf deutsch stattfanden.

Der TEDDY für den BESTEN DOKUMENTARFILM geht an A WALK INTO THE SEA: DANNY WILLIAMS AND THE WARHOL FACTORY von Esther B. Robinson
Video: The TEDDY for BEST DOCUMENTARY FILM goes to A WALK INTO THE SEA: DANNY WILLIAMS AND THE WARHOL FACTORY by ESTHER B. ROBINSON
Esther B. Robinson
Video: A Walk Into the Sea

In dem angekündigten Überraschungsauftritt sang Ingrid Caven, Schauspielerin, Chanteuse und Ex-Gattin von Rainer Werner Fassbinder, zwei Songs des am 21.1.07 verstorbenen Komponisten Peer Raben, und Lucy van Org sorgte mit ihrer Band „Übermutter“ – fünf langhaarige Frauen und ein glatzköpfiger Mann mit nacktem Oberkörper – für Diskussionen. „Ina Deter auf S/M“ kommentierte meine Sitznachbarin zur Rechten, während meine Nachbarin zur Linken mit ihrem „Rosenstolz meets Rammstein“ nicht ganz so weit in der Musikgeschichte zurückging.

Der TEDDY BALLOT Volkswagen Zuschauerpreis geht an: NOTES ON A SCANDAL von Richard Eyre
Video: The TEDDY BALLOT goes to NOTES ON A SCANDAL by RICHARD EYRE
Video: Notes of a Scandal (clip 1)

Höhepunkt war natürlich Helmut Berger („Dorian Gray“, „Ludwig“ und in 10 Folgen von „Denver Clan“ die Gastrolle Peter De Vilbis), der den Preis für sein Lebenswerk wesentlich weniger exzentrisch entgegen nahm, als es das Moderatoren-Duo offensichtlich befürchtet hatte – er hatte sogar eine kleine Rede vorbereitet. „Ich freue mich, dass die Deutschen nach 40 Jahren aufgewacht sind und mir einen Preis gegeben haben“, sagte er, aber auch: „Ihr seid verrückt, mir einen Preis zu geben.“

Unter den Klängen von Keith Tynes und Band endete die Gala um Mitternacht – schade nur, dass ein Großteil des Publikums seinem tollen halbstündigen Auftritt nicht mehr zuhörte, sondern lieber die Bars, die Toiletten und die Tanzfläche nebenan ansteuerte.

die Moderatoren des Abends: Gustav Hofer und Annette Gerlach

Und auch ich ging zum gemütlichen Teil über, genoss mit einem Prosecco aus der Dose (mit Halm, so wie ihn angeblich auch Paris Hilton trinkt) den Abend und schaltete nur noch ab und meinen Promi-Scan ein. Aber dass der sexy Berlinale-Juror und Almodóvar-Star Gael García Bernal („La Mala Educación“) zu später Stunde an mir vorbeiging, konnte mir leider niemand bestätigen – die einen schauten in die falsche Richtung und die anderen verwechselten ihn mit Gabriel García Márquez…
 
 

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