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Berlinale

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Tue, Feb 12

TEDDY TODAY

Der Journalist Alan Platt sagte einmal über ihn: "Er war so perfekt und so konstruiert. Er war der Falsche am falschen Ort, der das Falsche tat. Alles war falsch... Und wir wussten, das hier ist Kunst. Da kommen wir nicht ran."

Die Rede ist von Klaus Nomi, der Kultfigur des New Yorker New Waves. Nomi verkörperte die New Wave- Wildheit in ihrer größtmöglichen Präzision. Nomi war New Wave, er verband Kubismus und Dadaismus mit Oper, Pop und Rock. Viele seiner Bewunderer glauben heute, dass das Publikum der 80er Jahre noch nicht reif für diesen Klaus Nomi war, der vollkommen ernst in einem Astronautenkostüm aus Müll und einem weißgeschminkten Gesicht mit schwarzumrandeten Lippen und Augen, die Haare zu einem Dreizack hochgestellt, die Bühne betrat und mit einer aufsteigenden Kontratenorstimme sang, so schön, dass die Leute glaubten, der Gesang müsse von einem Tonband abgespielt sein.
JOEY ARIAS & KLAUS NOMI

Doch bevor Klaus Nomi seinen kommerziellen Erfolgszenit erreichen konnte, um ein internationaler Star zu werden, starb er:
1983 gehörte er zu den ersten prominenten AIDS-Opfern.

"Was würde Klaus Nomi heute tun, wäre er noch am Leben?", fragt sich Joey Arias als er sich im Spiegel seiner Garderobe betrachtet, um sich für den Auftritt im Dresdner Bahnhof fertig zu machen. Er beantwortet die Frage nicht, er bringt sein sagenhaftes Outfit in Form, überprüft die großen künstlichen Wimpern und gibt den beiden männlichen Models, mit denen er auftreten wird, letzte Anweisungen.

Doch plötzlich dreht er sich uns zu und beginnt einen Song von Klaus Nomi zu interpretieren. Arias Stimme ist unglaublich, seine Aura ist so stark, dass man für einen Moment die Faszination spüren kann, die bei einem Nomi-Auftritt das Publikum erfasst haben muss.

Video: Interview Felipe Sholl

Video: Interview Bettina Eberhardt

Arias gehörte zu Nomis engstem Freundeskreise, beide standen gemeinsam auf der Bühne und in nur wenigen Minuten wird Joey Arias als schillerndes Wesen von einem anderen Stern auf der Manipulator-Ausstellung von David Colby und Wilhelm Moser erscheinen, die extra im Rahmen der Berlinale organisiert worden war, und seinem Ruf als einer der weltweit besten Travestie-Acts Ehre machen.

Den Nomis dieser Welt ist auch unser heutiger Beitrag gewidmet, den Außerirdischen, den Schillernden, jenen die argwöhnisch beäugt, aber heimlich bewundert werden, den Unbequemen und Grenzgängern.

So einer wie Tommy, dem Protagonisten aus Tora Martens gleichnamigen Film. Ein homosexueller, an HIV erkrankter Kubaner, der zur Premiere des Filmes extra aus Kuba nach Berlin gereist ist. Die Regisseurin hat sich in einem Gespräch mit ihrem Protagonisten vor der Kamera noch einmal für TEDDY-TV auf die Reise in seine Welt begeben, in der er den Glauben an die Liebe fast verloren hat.

Der dokumentarische 18-Minüter von Tora Martens springt für einen kurzen Moment in das Leben eines Mannes, der als Tänzer an der Staatsoper in Havanna Karriere machte und heute als Paradiesvogel mit gebrochenen Flügeln lebt. Seine romantischen Vorstellungen von der Liebe, auch von der körperlichen, scheinen in die Welt des heutigen Kubas nicht mehr zu passen...

Der junge Paradiesvogel im Film der israelischen Regisseurin Rachel Zisser stirbt, ohne seinem Vater sagen zu können, in welcher Zerrissenheit er lebt. Julien führt ein Doppelleben, von dem sein Vater nichts ahnt. Als er seinen Sohn im Leichenschauhaus identifizieren muss, trägt dieser ein Kleid und eine Perücke...

Video: Interview
RACHEL ZISSER

Die junge Regisseurin, die vor drei Jahren in die USA ging, um Film zu studieren, sprach mit uns über die Flucht vor der Realität, die eigene innere Zerrissenheit und über die Möglichkeit, die der Film als künstlerisches Ausdrucksmittel bieten kann, um mit sich selbst klar zu kommen. Manchmal muss man sich eben einen fiktiven Paradiesvogel schaffen und ihn sogar sterben lassen, um sich aus dem
 
 

KLAUS NOMI
REMEMBER KLAUS NOMI
at the

TEDDY 22 AWARD CEREMONY
February 14th 2008, 8.30 pm
HAUS DER KULTUREN DER WELT

CEREMONY SOLD OUT !!!!

PARTY TICKETS STILL AVAILABLE!

Gefängnis der in der Kindheit aufgedrückt bekommenen Konventionen befreien zu können. Rachel Zissers Film "Traces" ist ein kleiner großer Freiheitsschlag, der auf eine ganz eigene Weise an die Offenheit für Grenzgänger appelliert.

Auch Olaf de Fleur Johanneson hat sich für seinen Film, "The Amazing Truth about Queen Raquela", auf die Suche nach den Lebensgeschichten philippinischer Ladyboys begeben: Via Internet. Und er ist fündig geworden: Sein Film erzählt die Geschichte von Raquela aus Manila, die davon träumt, eines Tages in Paris ihren Traumprinzen zu finden...

Video: Premiere Talk - The amazing truth about Queen Raquela

Video: Interview Tora Martens and Tommy

Auch zur TEDDY-Gala am 14. Februar im Haus der Kulturen der Welt wird das TEDDY-Team wieder an die Paradiesvögel dieser Welt erinnern. In diesem Jahr wird der brasilianische Sänger Edson Cordeiro, dessen Stimmumfang übrigens vier Oktaven betragen soll, an Klaus Nomi erinnern, den Paradiesvogel, der Künstler wie David Bowie oder Andy Warhol, die zur gleichen Zeit wie er in der New Yorker Künstlerszene aktiv waren, beeinflusste. Catherine Deneuve, Morrissey und Joachim Kowalski betrachten ihn heute noch als künstlerisches Vorbild und Bands wie Kraftwerk, Culture Club und The Cure wären ohne Klaus Nomi nicht denkbar gewesen.

JOEY ARIAS
JOEY ARIAS live in Berlin
at THE MANIPULATOR opening night
Video: JOEY | backstage clip 1
Video: JOEY | backstage clip 2

Dieser Ausnahmekünstler, der von dem Moment an, als er das erste Mal die Bühne betrat, zu einem Fabelwesen wurde, den sein Manager später als den einsamsten Menschen auf diesem Planeten bezeichnet hatte. Eine Figur, die im Nebel zu einer schillernden Oberfläche verschwimmen wollte, die undurchdringlich blieb, eine Inszenierung, der aber ein tiefes Gefühl zugrunde lag.

Klaus Nomi: "Ich betrachte mich selbst als ein lebendes Kunstwerk. Es gibt Leute, die mich als etwas Dekoratives oder als realitätsfremd entschuldigen. Nun, all das bin ich. Genau das mache ich. Aber nur so lange, wie sie auch bemerken, dass ich noch mehr als das bin. Die Menschen sollten mir erlauben, alles mögliche zu sein und mir wirklich den Raum geben, Dinge in andere Dimensionen zu entheben... Vielleicht sehe ich aus wie ein Alien, weil ich versuche einer zu sein. Doch das was dahinter steht ist, dass ich alles, was ich tue, als absoluter Außenseiter betrachte und angehe. Das ist die einzige Möglichkeit, die ich habe, viele der Regeln zu brechen."
 
 

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